Stefan Bollmann: Warum Lesen glücklich macht

von Karin Bucconi


Stefan Bollmann, Autor der Bücher „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ und „Frauen, die schreiben, leben gefährlich“ hat wieder ein bemerkenswertes Buch geschrieben. Immer weniger Menschen lesen (so der Schriftsteller), insbesondere immer weniger Männer, und das obwohl Lesen klug, selbstbewusst und glücklich macht. Glücklich, weil es uns sagt, wer wir sind und wer wir sein wollen.

Bollmann erzählt u. a. von Henry David Thoreau, der vor 150 Jahren lebte und sich in den Wald zurückzog. Der frühere Lehrer und Landvermesser wollte in der Einsamkeit die schwierige Kunst des Lebens erlernen. Den Tag seines Umzugs in den Wald erklärte er zu seinem ganz persönlichen Unabhängigkeitstag. Thoreau hielt es für einen fatalen Irrtum zu glauben, dass das Glück des Menschen mit seinem materiellen Lebensstandard anwachse. In der Einsamkeit spielte das Lesen für ihn eine wichtige Rolle, und er setzte sich vorrangig mit antiken Klassikern auseinander.

Wissend, dass sich selbst in einer außergewöhnlichen Situation Routinen einstellen, kehrte er nach zwei Jahren zurück in die Zivilisation. Seine wichtigste Erkenntnis war die, dass wir in unserer Identität nicht ein für allemal festgelegt sind. Die Zeit im Wald war sein Bildungserlebnis.

Gekonnt erzählt Bollmann vom Lesenlernen mit dem Simplicissimus, berichtet von Graham Greens Leseerfahrungen und wagt eine Prognose über unsere Zukunft mit Büchern und Bibliotheken.

Die Lektüre dieses Buches hat mich darin bestärkt, dass es immer auch ein sinnlicher Genuss bleiben wird, ein gutes Buch in die Hand zu nehmen, es zu riechen, über die Seiten zu streichen und mit ihm dem Alltag zu entfliehen.

Stefan Bollmann: Warum Lesen glücklich macht, Elisabeth Sandmann Verlag 16.90 Euro

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