Volker Kutscher: Der nasse Fisch

von Karin Bucconi


Ja, das ist doch wieder einmal ein gelungenes Krimi-Debüt. Angesiedelt in den späten 20er bzw. frühen 30er-Jahren in Berlin, in einer Zeit, die von gewaltigen Umbrüchen geprägt war. 1919 hatte eine Revolution alle moralischen Werte auf den Kopf gestellt, in den 20ern die Inflation alle materiellen. Die Sozis sind (noch) an der Macht, Straßenkämpfe mit dem Rotfrontkämpferbund an der Tagesordnung, und braunes Gedankengut verbreitet sich wie ein Virus.

Gereon Rath, ein junger Kölner Kriminalkommissar, wird wegen eines tödlichen Schusses nach Berlin versetzt. Die Stadt fasziniert und verwirrt ihn zugleich. Nur die Arbeit bei der Sitte missfällt ihm. Er findet, es gibt wichtigere Dinge als z. B. den, einen Pornoring auszuhebeln. Als ein grausam gefolterter, unbekannter Toter aus dem Landwehrkanal gefischt wird, schaltet sich Rath ungebeten in die Ermittlungen der sogenannten Inspektion A des Kriminalkommissariats ein.

Zur gleichen Zeit, man befürchtet am 1. Mai Aufstände der Roten in den Arbeiterbezirken, werden 16000 Polizisten aus allen Bereichen in Alarmbereitschaft versetzt, und nicht wenige aggressive und schießwütige Uniformierte fiebern dem Einsatz entgegen. Dieses Mal will man es den Roten zeigen!

Böhm kommt mit seinen Ermittlungen im Fall des unbekannten Toten nicht weiter, und der Fall droht zu den anderen „nassen Fischen“ ins Archiv abgeschoben zu werden. Dem durch und durch ehrgeizigen Gereon Rath hingegen gelingt der Durchbruch. Nun wird es für ihn gefährlich. Seine Gegenspieler sind Paramilitärs und das organisierte Verbrechen, und weil er bei seinem Alleingang schwerwiegende Fehler macht, gerät er selbst in die Schusslinie…

Volker Kutscher: Der nasse Fisch, Kiepenheur&Wietsch,19.90 Euro

 

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