Cormac McCarthy: Kein Land für alte Männer

von Karin Bucconi

 

Llewlyn Moss findet in der texanischen Wüste per Zufall einige Leichen, zerschossene Autos und einen Koffer mit sehr viel Geld. Während jeder andere panisch reagiert und es mit der Angst zu tun bekommen hätte, rekapituliert er ganz nüchtern die Situation und nimmt die Millionen an sich. Seine Frau schickt er zunächst zu ihrer Mutter. Er weiß, dass irgendjemand nach dem Geld suchen und nicht aufgeben wird, bis er es gefunden hat.

Es ist der Killer Anton Chigurh ihm schnell auf den Fersen, der jeden beseitigt, der sich ihm in den Weg stellt. Der dritte Protagonist, der die Spur der andern beiden aufnimmt, ist Sheriff Ed Tom Bell, der vor allem die Morde aufklären will.

Beinahe einen Western hat McCarthy geschrieben, der kürzlich erst verfilmt wurde und mehrere Oscars erhielt. Das Buch ist darum so gut, weil der Autor die Protagonisten völlig nüchtern beschreibt. Nur dem „alten Mann“, Sheriff Bell, sind Gefühle gestattet. Bell trauert vergangenen Zeiten hinterher, als noch Viehdiebe gejagt wurden. Er ist erschüttert über immer brutalere Taten, die er aufklären soll. Alle seine moralischen Vorstellungen stehen in Frage.

Moss und Chigurh scheinen sich ein wenig zu ähneln, wenngleich letzterer bedeutend brutaler ist. Beide „echte“ Kerle gehen sie ihren Weg, lassen sich nicht beirren…

Ein blutiges Buch, aber ein Stück guter Literatur, die ganz ohne Schnörkel auskommt.

Cormac McCarthy: Kein Land für alte Männer, Rowohlt, 19.90 Euro

botSPOT, 9. Mai 2008

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