Reise nach Indien
Markus Konze besuchte Projekte der
‚Indienhilfe Bottroper Realschüler'

Fotos: Markus Konze
Text: Rüdiger Schneider

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Prälat Rolf Linse(l.) und Markus Konze (r.)

Auf dem Bottroper Wochenmarkt betreibt Markus Konze seit vielen Jahren schon seine beliebte Gulaschkanone und sorgt für das leibliche Wohl seiner Kunden. Nur ein paar Meter weiter findet man Prälat Rolf Linse am Verkaufsstand der ‚Indienhilfe Bottroper Realschüler’.

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musikalischer Empfang

Bei der Ankunft und dem Besuch einer Behindertenwerkstatt ist er überwältigt von dem Empfang, der ihnen bereitet wird. Der Vergleich mit einem Staatsbesuch liegt auf der Hand, und es ist tatsächlich so. Sieht man den Film, den Markus Konze von den Empfängen mitgebracht hat, so traut man seinen Augen kaum. Einem Staatsoberhaupt würde kaum mehr Ehre entgegengebracht werden. Es ist anwesend, was Rang und Namen hat: der Bischof, Vertreter des Ministeriums, Presse und Fernsehen. Und dann und vor allem diejenigen, für die das Projekt ins Leben gerufen wurde und die für Prälat Rolf Linse immer im Mittelpunkt gestanden hatten. Die musikalischen, schauspielerischen und tänzerischen Darbietungen haben sie lange geprobt und führen sie nun zu Ehren der Gäste auf.

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Dies zeigt, welche Wertschätzung das Werk von Prälat Rolf Linse genießt. „Der Überfluss der reichen Länder muss für die armen sein!“ Nach diesem Leitmotiv hatte er 35 Jahre hilfreich gewirkt und zahlreiche Projekte in Gang gesetzt, von denen viele inzwischen eigenständig geworden sind.

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Prälat Rolf Linse wird für sein Wirken ausgezeichnet.

Jeden Tag während seines zweiwöchigen Aufenthaltes besucht Markus Konze mit Prälat Linse nun ein anderes Projekt und erfährt vor Ort, wie notwendig und bedeutsam die Indienhilfe ist. Wo immer es geht, ist es eine Hilfe zur Selbsthilfe, zur Eigenständigkeit und Unabhängigkeit hin.

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in der Behindertenwerkstatt

Die Schul- und Berufsausbildung wird gefördert, beziehungsweise muss oft erst in Gang gesetzt werden. Und geholfen wird natürlich auch da, wo es erst einmal gilt, die größte Not zu lindern. In Indien erfährt und erlebt Markus Konze auch, dass Prälat Rolf Linse viele Dinge vor Ort entscheiden und koordinieren muss. Mehr als zwanzig Indienflüge hat der Bottroper Prälat schon hinter sich.

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Einen bleibenden Eindruck hinterlässt bei Markus Konze insbesondere, wie freundlich und herzlich die Menschen in Indien sind, auch diejenigen und gerade die, die Not leiden.

Indien ist auch voller Gegensätze. Es gibt keineswegs nur den Eindruck von Armut. Das erfährt Markus Konze zum Beispiel beim Besuch eines prachtvoll illumierten Königspalastes.

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Königspalast The Mysore

Eigentümlich scheint auch die Geschichte mit den heiligen Kühen. Überfährt man einen Menschen, gibt es ein Jahr Gefängnis. Hat man das Pech, eine Kuh zu treffen, landet man für fünfzehn Jahre hinter Gittern.

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Solch ein zunächst unverständliches Verhältnis erklärt sich aus der religiösen Kultur. In den Veden kommt die Kuh als Göttin vor, sie ist das Begleittier Krishnas, sie gilt allgemein als Symbol der Lebenserhaltung. Insofern hat man bei einem Unfall für die Inder auch keine Kuh überfahren, sondern die Inkarnation einer Göttin.

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Flussüberquerung

Auch das Abenteuer des Reisens kommt nicht zu kurz. Da muss zum Beispiel der Bus per Fähre einen Fluss überqueren. Westlichen Standards würde das Manöver wahrscheinlich nicht genügen, aber es funktioniert und das Pionierhafte der Überfahrt macht mehr Spaß als die Reise auf einem Luxusdampfer.

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Mit der Dampflok von Mettupalayam nach Ooty

Erlebnisreich ist auch die Fahrt mit einer Zahnradbahn. Die Lok ist von 1890, schnauft und klettert auf einer langen Strecke von 350 auf 2150 Meter hoch. Unterwegs gibt es Pausen, wo man aussteigen und Teeplantagen bewundern kann, während der Kessel mit neuem Wasser beschickt wird.

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Verschnaufpause’ unterwegs

Reich an Eindrücken und Erfahrungen kehrt Markus Konze zurück. Künftig will er sich noch stärker engagieren und wird irgendwann wieder nach Indien fliegen. Auf Geschenke zu seinem Geburtstag will er zugunsten der Projekte verzichten und folgt damit dem Leitmotiv, mit dem Prälat Rolf Linse vor nunmehr 35 Jahren sein Wirken begann.

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botSPOT, 18. Februar,2008

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