4. Bottroper Chortage: Festival stiftet Netzwerke!
Augen zu und Ohren auf...

von Elsbeth Müller

Eröffnungskonzert Chortage
Foto: Manuela Franke/Andreas Barmscheid

Die 4. Bottroper Chortage: Welch eine Freude und welch ein Aushängeschild für die Stadt Bottrop, die sich mit mehr als 90 Formationen als Kommune mit den meisten Chören und –Singgemeinschaften im Lande bezeichnen darf. Die Szene ist breit sortiert (Vorschulkinder, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Männer, Frauen). Das Spektrum der jeweiligen „Auswahlmusik“ (Klassik, Volkslied, Gospel, Pop; zwischen Ernsthaftigkeit und Unterhaltung, Tradition und Avantgarde) trägt den Wünschen der Aktiven Rechnung und will dem Publikum nichts vorenthalten. Letzteres tummelt sich zu dieser vierten Festival-Auflage in Krankenhäusern und Seniorenstiften, in Kirchen, Konzertsälen und im Freien (Open Air). Die Darbietungen konzentrieren sich auf gängiges, damit auch jedermann (leicht) zugängliches Repertoire, versehen immer auch mit „Anregungen zum Nachdenken“. Das Engagement der Organisatoren wie das der Sänger ist nicht hoch genug einzuschätzen; die Freude überwiegt, musikalisch übermittelte Botschaften sind durchweg zu loben. Detailkritik (Artikulation der Vortragsstücke) wäre möglich, änderte aber nichts am guten Gesamteindruck der Chor-Festtage mit denkbarer Prämisse: Netzwerke knüpfen, Impulse geben. Kompliment der Arbeitsgemeinschaft Bottroper Chöre (ABC), ihren Sprechern, Raimund Kayser und Willibald Wiechers mit beteiligtem Orga-Team, allen Interpreten.

Für Abwechslung ist gesorgt: Zum Eröffnungswochenende: Soziales Singen (Krankenhäuser, Seniorenstätten), Konzert im Saalbau (keine 200 Besucher, schade), Open-Air (Stadtgarten), Konzert im Liebfrauen-Dom: Keine der gehörten Gruppen ist überregional groß bekannt, aber alle laufen vor großem oder kleinem Auditorium mit Energie, Frische und Elan zu bemerkenswerter Form auf. Es gilt, den Zuhörern - bis in die (Kranken-)Zimmer und Wohnungen hinein (Soziales Singen, Übertragung) - die richtige Portion Gefühl angedeihen zu lassen. Da bekommt man auch schon mal eine Gänsehaut. So zum Solo-Beitrag (Joanna Rusin-Wijnowska) im Saalbau (mitwirkende Gruppen: ZWAR-Singers, Stroppendorfer Heimatchor/Gleiwitz, Städtischer Musikverein, Städt. Kinder- und Jugendchor, Rondo cantando, Männerquartett, Da-Pacem-Chöre). So auch in der Marienhospital-Kapelle, wo den Ausführenden („PasstPartout“, „Wings of Spirits“) Kommunikation über alles geht. Um musikalische Qualität und Vielfalt (Volkslied; klass. Mozart, Gospel bis zum irischen Segensgruß) wurde sich gekümmert; von Chor zu Chor und gemeinsam. - Oberbürgermeister Peter Noetzel hatte das Festival eröffnet und aus den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Studie zitiert, die das Singen und seine Wirkung auf die Psyche des Menschen untersucht. „Singen bewirkt Positives, Singen ist eng verbunden mit der Seele, eine Sache des Herzens. Singen befreit und - macht Spaß.“ Bei der Open-Air-Darbietung im Stadtgarten wurden etliche hundert Zuhörer erfreut, die Youngster (Konzert Felix-Kindergärten) füllten – prima – eine ganze Aula (Heinrich-Heine Gymnasium), im KWA-Stift Urbana gestalteten die ZWAR-Singers eine „erfreulich gute Zeit“. Im Eigener Dom dann: höchst anspruchsvolle Musiken von Homilius, Bach, Standord; der Kammerchor unter Friedrich Storfinger entledigte sich dieser Aufgabe – 1 Stunde a-capella-Gesang – ganz ausgezeichnet.

botSPOT, 31. Mai 2008

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