‚Luffft’ im ‚jungen museum’
Eine Ausstellung der ‘Extraklasse’


von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

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Luftexperiment im Vakuum
- zerplatzender Schokokuss -

Dass Luft, auch wenn man sie nicht sieht, nicht nichts ist, war schon Aristoteles klar. Aber dann dauerte es noch weit bis ins 18. Jahrhundert hinein, bis man den unsichtbaren Stoff in seinen physikalischen und chemischen Eigenschaften besser verstand.

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Einführung in die Experimente (rechts Stephanie
Fitzek, Mitarbeiterin des Kulturamtes)

Spannende Experimente mit Luft bietet das ‚junge museum’ Bottrop in seiner jüngsten Ausstellung. BOT.spot begleitete eine Kindergruppe während einer Führung und versichert, dass es in einer Serie von Aufnahmen nicht eine einzige gibt, die nicht Faszination, Staunen, Neugierde, Begeisterung widerspiegelt. Es ist eine interaktive, eine Mitmach-Ausstellung nicht nur für Kinder. Auch Erwachsene werden ihren Spaß daran haben und auf anschauliche Weise Dinge lernen, die so klar und bewusst noch nicht waren. Anleitungen und Erklärungen zu den Experimenten sind leicht verständlich, bringen in der gebotenen Kürze das Wesentliche, und beim Führungsgang durch die ‚Räume’ des kleinen, aber feinen Museums bekommt man auf spannende Weise erläutert, was da in und mit den Apparaturen vor sich geht. Man löst die Effekte selber aus, staunt über Wirkungen, sieht, begreift, fühlt und kann Luft z.B. als Träger von Aromastoffen sogar beschnuppern.

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‘schwebender Ball’

Man erfährt, was man mit einer Vakuumpumpe alles anstellen kann. Da zerplatzen etwa Schokoküsse und in einer Nachstellung des berühmten Guericke-Experimentes lassen sich zwei Kugelhälften, denen man innen die Luft ‚geraubt’ hat, nicht wieder auseinander bringen. Bei Guerickes Experiment damals hatten das auch keine 16 Pferde vermocht. Lässt man der Luft wieder ihren Zutritt, lösen sich die Hälften, als hätten sie nichts miteinander zu tun.

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Das Guericke-Experiment

Wer genügend Kraft hat, kann per Pedale und mit einem Riesenventilator Stürme entfachen. Die Windgeschwindigkeit ist dabei digital ablesbar und man bekommt eine anschauliche Vorstellung von dem, was einem in den täglichen Wettervorhersagen erzählt wird.

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‘Windkraft per Pedale’

An insgesamt zwölf Objekten lässt sich hier erfahren, wie Luft sich bewegt, trägt und was man damit anstellen kann. Bälle schweben, Rohrpost wird befördert, in Kombination mit Wasser lässt sie sich als Thermometer nutzen und mit einer Batterie von Flaschenflöten kann man sogar Musik machen.

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‘Flaschen-Flöten’

Wenn so auch der Unterricht in den Schulen wäre, würden die Kinder nicht mehr nach Hause kommen. Und wer weiß, vielleicht legt das ‚junge museum’ mit dieser Ausstellung auch den Grundstein für manches spätere Ingenieurstudium. Die Grundvoraussetzungen, nämlich Staunen und Freude am Experiment, werden hier geweckt.

Konzipiert und gebaut wurde der wissenschaftliche ‚Parcours’ vom Düsseldorfer Verein ‚Akki – Aktion und Kultur mit Kindern’. Katrin Niermann vom Kulturamt, die die Ausstellung betreut, hat mit dem Thema eine excellente Wahl getroffen, die noch vielen Besuchern viel Freude bereiten wird.

Die Ausstellung ist bis zum 22. Juni sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet (Eintritt zwei Euro pro Person). Dienstags bis freitags gibt es um 9, 11, 13 und 15 Uhr Führungen für Gruppen (2.50 Euro pro Person). Anmeldungen hierzu sind notwendig unter der Rufnummer 02041/703721.

botSPOT, 5. April 2008


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