Training auf der Rotbach-Route
Der Herner Bernd Koldewey bereitet sich auf

die Fortsetzung des Jakobsweges vor.

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

Bernd Koldewey am Rotbach

Im März 2007 war Bernd Koldewey, der in Herne das Stadtportal Herner-Netz betreibt, von zu Hause aus nach Santiago de Compostela aufgebrochen, hatte in einer ersten Etappe nach 800 Kilometern die französische Stadt Chaumont in der Region Champagne-Ardenne erreicht. Nun steht am 13. Mai die Fortsetzung des Jakobsweges an. Von Chaumont aus geht es weiter Richtung Santiago.

Test der mobilen Unterkunft

Dieses Mal, um das Budget zu schonen, wird unter freiem Himmel campiert. Zusätzlich zu den etwa zehn Kilo Marschgepäck nimmt Koldewey dann ein Zelt mit und hat neben der Kostenersparnis den Vorteil, insbesondere in Spanien frei vom ‚Run’ auf die Refugios zu sein. Vor den Übernachtungen in der Natur hat der Jakobsjünger keine Angst. Egal ob im französischen Zentralmassiv, in den Pyrenäen oder in der Weite der spanischen Meseta. Über 2000 Kilometer zu Fuß liegen vor ihm. Um den Körper wieder an die Strapazen zu gewöhnen, hat Koldewey am ersten Mai mit dem Lauftraining begonnen. Dazu hatte botSPOT die Rotbachroute von Bottrop nach Dinslaken empfohlen und den 51jährigen, der das Training mit leichtem Gepäck aufnahm, begleitet. Dass an diesem ersten Mai nicht nur Christi Himmelfahrt, sondern auch der sogenannte ‚Vatertag’ anstand, war der reine Zufall. Die Rotbachroute indes sollte es um einige Impressionen bereichern.

Die Rotbachroute ist landschaftlich schön, idyllisch, sie führt durch Wälder, dann den Rotbach entlang bis zum Rhein. Koldewey geht zügig. Nach zwei Stunden sind etwa zwölf Kilometer zurückgelegt. Im ‚Grenzgebiet’ Bottrop-Dinslaken taucht das erste Zeichen für den europäischen Jakobsweg auf. Kurz darauf folgt das zweite.

europäisches Wegezeichen bei Bottrop

Der Weg ist also näher an Bottrop gerückt. Im Februar 2008 war das nächstgelegene Zeichen noch in Orsoy. Die neuen Pilgerzeichen an der Rotbachroute sind Keramikkacheln, die sich allerdings auf privatem Grund befinden. Offiziell ist die Rotbachroute also noch nicht in das europäische Wegenetz einbezogen. Überraschend stößt man dort, wo die neuen Zeichen sind, nicht nur auf Jakobsspuren, sondern auch auf eine Reihe von Buddhafiguren.

Buddhafigur an der Rotbachroute

Der Tag ist fortgeschritten, die Vatertags-Karawanen nehmen zu.

Impression unterwegs: 'Vatertagspilger'

Planwagen, entweder vom Traktor oder von Pferden gezogen, steuern Bierzelte an. Standhaft pilgern wir daran vorbei, nehmen stattdessen an einer Freilandmesse am Rotbachsee teil.

Messe am Rotbachsee

Die Strecke nach Santiago will Koldewey sich in Tagesabschnitte von etwa dreißig Kilometern einteilen. So, wie er an diesem ersten Mai läuft, schafft er das gewiss, auch wenn dann noch mehr Gepäck hinzukommt und der Weg nicht flach, sondern durch gebirgige Abschnitte verläuft. Eine solche Tagesetappe hat er am ersten Mai ohne eine Spur von Müdigkeit erreicht. Als er dann am späten Nachmittag in redaktioneller Begleitung auch noch die Halde Haniel hochlaufen will, protestiere ich. Die Route von Bottrop nach Dinslaken und zurück ist als ‘Schnupperkurs’ genug.

Wie sich Bernd Koldeweys Weg nach Santiago gestaltet, darüber wird botSPOT unter der Rubrik ‚Jakobsweg’ weiter berichten. Der Herner Pilger wird uns von unterwegs ab und zu Fotos und Lagemeldungen zukommen lassen.

botSPOT, 2. Mai 2008

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