„Inneres Schwingen“
Zu Fuß bis ans Ende der Welt

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

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Dr. Hanns Wilhelm Große-Wilde (links) eröffnet den Abend mit Adi Raible.

Schön, was die Historische Gesellschaft Bottrop da wieder auf die Beine gestellt hatte. Zum spanischen Abend in der Alten Börse gab es einen Film und einen Vortrag von Adi Raible aus Gladbeck, der in neun Etappen von je einer Woche 2800 Kilometer von Gladbeck nach Santiago de Compostela gepilgert und dann über Santiago hinaus bis zum Cap Finisterre gewandert war.

Die Einführung in seinen Film gab Raible zünftig mit Pilgerstab und ‚Muschelmütze’. Der Vorsitzende der Historischen Gesellschaft Dr. Hanns Wilhelm Große-Wilde eröffnete die Veranstaltung und wies darauf hin, dass auch Bottrop früher wegen der Kommende Welheim eine gewisse Rolle für den Jakobsweg gespielt hatte. Der Welheimer Deutschritterorden, zu dessen Aufgabenbereich auch die pilgerliche Fürsorge gehörte, lag an der damals bedeutendsten Ost-West-Handelsroute. Pilger schlossen sich gerne Kaufmannskarawanen an und bevorzugten solche Routen.

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Filmszene: A. Raible erhält den Pilgersegen.

Aus der Fülle seines Materials hatte Raible einen spannenden und informativen Film komponiert, der von der Begegnung mit Menschen aus zahlreichen Ländern berichtete, Zeugnisse mittelalterlicher Vergangenheit vor Augen führte und überhaupt von der Faszination des Pilgerns erzählte. Seine eigene Erfahrung beschrieb Raible als ein ‚inneres Schwingen’ und den ‚Bau eines neuen, inneren Hauses’. In dem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal der ‚Alten Börse’ dürfte er damit nicht wenige Zuschauer zu eigenen Pilgerungen inspiriert haben. Für diejenigen, die sich selbst auf den Weg machen wollen, bot er Beratung und Hilfe an.

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Spanische Folkloregruppe ‘La Tuna

Im Rahmenprogramm des spanischen Abends trat die Folkloregruppe ‚La Tuna’ aus Gelsenkirchen auf. Tunas sind Vereinigungen von spanischen Studenten, die traditionelle spanische Lieder darbieten, eine Gemeinschaft von Freunden, die diese Tradition in ganz Europa beibehalten und verbreiten wollen. Ihren Gesang begleiten sie mit Gitarren und Bandurrias, einer Form der Bandola. Zur rhythmischen Begleitung wird ein Tamburin eingesetzt. ‚Tunas’ haben eine Tradition, die bis ins achte Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich waren es Studenten, die wegen ihrer Armut kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten und sich deshalb in Gaststätten Essen und etwas Geld erbaten. Als Gegenleistung sangen und musizierten sie.

Bei spanischem Rioja war damit auch musikalisch für das Wohl der Gäste bestens gesorgt.

botSPOT, 6. März 2008

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