‚Geierleben’
Ausstellung Reinhard Wieczorek in der Galerie Mika

von Rüdiger Schneider (Text/Fotos)

Christof Mika bei der Eröffnung der Ausstellung

‚Geierleben’ heißt die Ausstellung neuer Bilder, die Reinhard Wieczorek in der Essener Galerie Mika präsentiert.

Reinhard Wieczorek (links) im Gespräch

Eine skurrile, farbenfrohe Welt eröffnet sich dem Betrachter, chiffriert sich zugleich auch mit poetischer Bedeutungsvielfalt, öffnet assoziative Freiräume. Die Titel geben Deutungshinweise, spielen teils mit kauzigem Humor, legen das Bild aber nie auf eine Ebene fest. Solche Titel sind etwa ‚Rote Beete, pfui!’, ‚Ostereiersuche’, ‚Schmatz’, ‚Helau’, ‚Haifischflossensuppe’, ‚Königspudel’ und ‚Seniorentennis’.

'Seniorentennis'

Wer will, mag in dem ‚Tennisbild’ sogar eine bekannte Bottroper Persönlichkeit erkennen, die den Maler inspiriert hat. Zugleich ist es eine Reminiszenz an eigenes Kindheitserleben.

'Hüttenbild'

An die Poesie der Scheherazade lassen die ‚Tagebuchblätter’ denken, Aquarelle mit Buntstift auf Papier, mit denen der Maler ein Kaleidoskop der Erinnerungen präsentiert. Erinnerung wird auch thematisiert im großformatigen ‚Hüttenbild’, dessen alternativer Titel einmal lautete ‚Die Schrecken des Eises und der Finsternis’. Hinter den Titeln verbirgt sich indes nicht nur Humoreskes oder Kauziges. So verweist etwa ‚Geierleben’ auf die künstlerische Verarbeitung von Ereignissen des Jugoslawienkrieges.


'Geierleben I'

Insgesamt 29 Arbeiten werden in der Galerie Mika auf Zollverein gezeigt. Ausstellungseröffnung war am 4. Mai 2008. Die Bilder können noch bis zum 8. Juni, wahrscheinlich aber noch zwei Wochen darüber hinaus, besichtigt werden. Für die Besucher hatte Galerist Christof Mika noch einen ‚Leckerbissen’. Mit fotorealistischer Unschärfe hat er in einem großformatigen Bild eine Impression zum Sarbinowo-Aufenthalt (Polen, Juni 2007) Bottroper Künstler gemalt. Hier sieht man Reinhard Wieczorek nach romantischem Doppelgängermotiv am Strand. Im Vordergrund erkennt man die Bottroper Malerin Irmelin Sansen. Inzwischen aber befindet sich das Bild in der Residenz Uhlenhorst in Mülheim/Ruhr. Dort kann es jetzt besichtigt werden.


Christof Mika: Impression aus Sarbinowo

Christof Mika, der nicht nur Galerist, sondern selbst auch Maler ist, wird vom 28.6. bis zum 25.7. zusammen mit Reinhard Wieczorek Bilder in Warschau präsentieren, und zwar im Austellungspavillon der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Titel dieser kommenden Ausstellung ist ‚Landschaften’.

Galerie Mika auf Zollverein
Martin-Kremmer-Str. 12
45327 Essen
Tel.: 0201/3614168

Öffnungszeiten: Di – Fr. 12-18 Uhr, So 12-15 Uhr und nach Vereinbarung

botSPOT, 5. Mai 2008

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