"Verliebt in..." die Vergänglichkeit
Klaus Habich stellt im Bürgerbüro aus.

 

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"Verliebt in..." nennt der Bottroper Maler Klaus Habich seine Ausstellung im Bürgerbüro des Rathauses. Damit drückt er seine enge Bindung mit Venedig und zum Revier aus, die sich in seiner Bilderschau widerspiegelt. In seinen neueren Bildern thematisiert Habich zwischenmenschliche Beziehungen.

Die im vergangenen Jahr entstandenen Werke erzählen Geschichten über Begegnungen. Die in den Blickfang gesetzten Personen drücken besondere Emotionen aus. Während die Gefühle wie Unsicherheit oder Zuversicht sehr offen dargestellt werden, fallen die jeweiligen Bezugspersonen meist aus dem Rahmen. Habich stellt sie zwar in den Vordergrund, allerdings schneidet er sie so stark an, dass von ihnen nur ein Teil des Torso zu sehen ist und sie dadurch anonymisiert werden. Auffällig ist die Farbwahl. Habich verwendet leuchtende Acrylfarben. Statt mit dem Pinsel wird die Farbe mit dem Malmesser aufgetragen und oft erst auf der Leinwand gemischt. Dadurch werden seine Figuren sehr groß dargestellt, was den Blick zusätzlich in den feiner gearbeiteten Bildmittelpunkt rücken lässt.

Der 60jährige Habich arbeitet sehr schnell. Drei bis fünf Stunden braucht er, bis seine Bilder bis auf Feinarbeiten fertig sind. Dieses Tempo ist nicht nur der schnell trocknenden Farbe geschuldet, sondern auch dem Bedürfnis Habichs, seine in der Fantasie geformten Motive möglichst schnell auf die Leinwand zu bringen.

"Meine Bilder drücken meine innere Sichtweise unserer Welt, unseres Lebens und der Natur aus: Verletzlich, vergänglich, rissig und spröde. Wenn ich die Farben auf die Leinwand bringe, ist das immer ein Spagat zwischen Freude und Angst und Überwältigung durch Bedrohendes. Ich akzeptiere diesen nicht aufzuhaltenden Zerfall in seiner Schroffheit und dies spiegelt sich in meinen Arbeiten wieder", beschreibt Bottroper seine Motivation zur Malerei. Dies zeigt sich auch in seinem Zyklus "Revierblüte". In der Bilderfolge werden Aufbau, Höhepunkt und Verfall der Industrialisierung dargestellt. Als Vorlage diente ihm dabei ein Schwarz-Weiß-Foto vom Landschaftspark-Nord in Duisburg. Ausschließlich durch die unterschiedliche Farbintensität stellt Habich den Aufstieg und Fall der Industrie da.

Habich, der als Architekt arbeitet, hat auf seinen zahlreichen Reisen nach Venedig zahlreiche Eindrücke für seine Stadtansichten gesammelt. Auch in der Lagunenstadt stößt er allenthalben auf Vergänglichkeit. "Die Architektur hat Risse und spröde Oberflächen. Nur der starke Lichteinfall täuscht über die Zerstörung hinweg", sagt der Venedig-Liebhaber.

Die Ausstellung von Klaus Habich ist noch bis zum 10. Juli im Bürgerbüro zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr; dienstags von 8 bis 17 Uhr; mittwochs und freitags von 8 bis 13 Uhr und samstags von 9.30 bis 12.30 Uhr.

Textquelle: Stadt Bottrop, 22.1.08

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