KlangTurmMalakoff

Konzert des Bottroper Kammerorchesters am 15.6.2008 um 19.30 Uhr
im Malakoffturm

 

Christiane Karg (Solistin des Abends)

Programm:

Henry Purcell (1659-1695): Ouvertüre zu “Dido and Aeneas”,
Chaconne in g-moll

Edward Elgar (1857-1934): Serenade für Streichorchester, op.20

Benjamin Britten (1913-1976): Les Illuminations, op.18 (für hohe Stimme und Streichorchester)

Ausführende: Christiane Karg, Sopran

das bottroper kammerorchester

Kai Röhrig, musikalische Leitung

Mit dem Konzert am 15.6.2008 um 19.30 Uhr bestreitet das Bottroper Kammerorchester sein achtes Konzert im KlangTurmMalakoff (Malakoffturm, Zeche Prosper II, Bottrop-Welheim) und setzt damit seine erfolgreiche und inzwischen im Bottroper Kulturleben fest etablierte Konzertreihe fort. Das Programm trägt diesmal den Begriff „very british“, erklingen doch ausschließlich Werke britischer Komponisten verschiedener Jahrhunderte. Gleichzeitig setzt das BKO mit den aufgeführten Werken Programmlinien der vergangenen Konzerte fort, kombiniert wie selbstverständlich Werke verschiedenster Epochen und präsentiert junge Solisten, die am Beginn einer vielversprechenden Karriere stehen.

So ist die Pflege der Barockmusik immer ein besonderes Anliegen des Orchesters und mit den beiden Werken des bedeutendsten englischen Barockkomponisten Henry Purcell erklingen zwei seiner besonders schönen und berühmten Stücke. Die Serenade von Edward Elgar setzt die Aufführungsserie romantischer Streicherserenaden fort, nachdem das BKO erst im April 2008 für seine Wiedergabe der Tschaikowski-Serenade im Konzertsaal des August-Everding-Kulturzentrums gefeiert wurde. Die Serenade für Streicher erlebte ihre Anfänge im Jahre 1888, als der damals 30jährige Elgar, der sich noch nicht zum Komponistenberuf entschlossen hatte, drei Sätze für Streicher mit den Titeln «Frühlingslied», «Elegie» und «Finale» zu Papier brachte. Später soll Elgar über diese Stücke mit der ihm eigenen Offenheit gesagt haben: „Ich mag sie (es sind die ersten, die ich überhaupt mochte)“. Vier Jahre darauf jedoch arbeitete er die Stücke in die vorliegende dreisätzige Serenade um und dirigierte selber eine Privataufführung mit der Worcester Ladies’ Orchestral Class. Die englische Erstaufführung fand am 16. Juli 1899 in New Brighton unter der Leitung des Komponisten statt. Seitdem hat sich die Serenade unter den meist aufgeführten Werken Elgars fest etabliert.

Das Hauptwerk des Abends ist der Liederzyklus „Les Illuminations“ von Benjamin Britten. Dieser Programmpunkt knüpft an ein Malakoffturm-Konzert aus dem Jahr 2006 an, bei dem Brittens "Serenade für Tenor, Horn und Streichorchester“ auf dem Programm stand. Die Besucher des Konzertes werden sich bestimmt noch an die Wiedergabe des wunderbar atmosphärischen und nächtlich-romantischen Werkes erinnern. Britten gehörte zu den fruchtbarsten und vielseitigsten Tonsetzern des 20. Jahrhunderts; er schrieb „dienende“ Musik für Theater und Film, auch viele pädagogisierend intendierte Stücke. Das deutet darauf, dass er keinem arroganten Kunstbegriff huldigte. Für den Freund Peter Pears schrieb Britten im Laufe der Jahre nicht nur viele großartige Opernrollen, sondern auch die drei idiomatisch verwandten Konzertwerke: das in unserem Konzert erklingende Opus 18 „Les Illuminations“ sowie Opus 31 (Serenade) und Opus 60 (Nocturne). Alle drei Titel signalisieren „nächtliche“ Sujets. Mit diesem inneren Bezug korrespondiert die gemeinsame Zurückgenommenheit des kammerorchestralen Klangkolorits. Les Illuminations mit den (französisch komponierten) Texten von Arthur Rimbaud ist nicht nur aufgewühlt-visionär, sondern wohl auch auf geheimnisvoll-verschlüsselte Weise autobiographisch berührt. Britten war selbst noch ein junger Mann, als er (26-jährig) 1939 dieses Stück komponierte. Es ist eine scheinbar lockere Aneinanderreihung von neun Sätzen, doch gibt es auch Merkmale der motivischen Vereinheitlichung. Die düsteren Stimmungen in den Illuminations waren sicher nicht unbeeinflusst vom beginnenden Zweiten Weltkrieg, dessen erste Jahre Britten in Amerika verbrachte. Er vertonte nur einen kleinen Teil der Gedichte, die Rimbauds berühmter Mitstreiter Paul Verlaine 1886 unter dem Titel Les Illuminations veröffentlicht hatte, strich die Texte zusammen und brachte sie mit Blick auf den musikalischen Zyklus in eine neue Ordnung. Dabei ist es ihm gelungen, Rimbauds Poesie atmosphärisch und zurückhaltend mit brillanter Satztechnik zu vertonen, ohne dass die sprachliche Metaphorik jemals erdrückt werden würde.

Auch die Wahl der Solistin des Abends ist mit besonderer Sorgfalt getroffen und verspricht einen weiteren musikalischen Höhepunkt im KlangTurmMalakoff. Die aus Bayern stammende Sopranistin Christiane Karg wurde am Salzburger Mozarteum ausgebildet und schloss ihr Studium im März 2006 mit Auszeichnung ab. Schon während ihrer Studienzeit sammelte sie erste Bühnenerfahrungen unter anderem als Fiordiligi (»Così fan tutte«), Gianetta (»L’Elisir d'Amore«) und Gretchen (»Der Wildschütz«). Ein Stipendium ermöglichte es ihr, ihr Studium am Konservatorium für Musik in Verona fortzusetzen und ihr Repertoire zu erweitern. Als langjähriges Mitglied des Chores der Bamberger Symphoniker ging sie auf Konzertreisen durch Europa. Als Solistin kann Christiane Karg bereits auf ein breites Konzert-Repertoire verweisen, so sang sie unter anderem im Weihnachtsoratorium, »Jauchzet Gott in allen Landen« (Bach), in »Stabat mater« (Pergolesi) und verschiedenen Mozart-Messen. In Händels »Messiah« war sie in Brasilien, Spanien und beim Schleswig-Holstein-Musikfestival zu hören. Im August 2006 übernahm sie bei den Salzburger Festspielen die Mozart-Partien der Melia (»Apollo und Hyacinth«) und des Weltgeistes (»Schuldigkeit des Ersten Gebots«). Seit 2007 ist Christiane Karg Mitglied im Internationalen Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper. Im Laufe der Spielzeit 2007/08 war sie in Hamburg unter anderem mit Partien in »Rigoletto«, »Die Zauberflöte«, »L’Elisir d’Amore«, »Tannhäuser«, »Hänsel und Gretel« sowie in der Neuinszenierung von »Der Rosenkavalier« und als Karolka in »Jenufa« zu erleben. Als Musette in „La Boheme“ feierte sie einen Riesenerfolg an der Komischen Oper in Berlin. Ab der Spielzeit 2008/09 ist sie Ensemblemitglied der Oper Frankfurt.

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gefördert durch:

Sparkasse Bottrop Kulturstiftung, ELE, RWW, Kulturamt der Stadt Bottrop

Eintritt: 11.- €, ermäßigt 7.- €

Kartenvorverkauf, Auskünfte und Bestellungen
Theaterkasse im Kulturzentrum August Everding
Blumenstraße 12 - 14
Telefon 02041/703308
Veranstalter:
Förderkreis des Bottroper Kammerorchesters e.V. in Zusammenarbeit mit der Historischen Gesellschaft

botSPOT, 19. Mai 2008

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